Akupunktur


Die Traditionelle Chinesische Therapie (TCM) hat mehrere Teilbereiche, deren sie sich zur Behandlung von Krankheitsbildern bedient. Die TCM unterscheidet sich sehr von unserem westlichen System, welches sich auf die Anatomie, Physiologie und wissenschaftliche Erkenntnisse bezieht. In China war es aus Glaubensgründen nicht erlaubt, Leichen zu zerschneiden. So entwickelte sich die TCM aus Beobachtung von Lebensvorgängen. Der Mensch wurde in seiner Umgebung wahrgenommen. Aus diesem so ganz anderen Ansatz entwickelte sich auch eine ganz andere Vorstellung, wie die Lebensvorgänge im menschlichen Körper ablaufen und wie diese beeinflusst werden können.

So wird in der TCM z.B. mit dem Qi-Fluss gearbeitet und Organen werden Emotionen zugeordnet. Mit diesem Ansatz hat sich auch ein Behandlungsansatz entwickelt, der für uns erst einmal schwer nachzuvollziehen ist. So bedient sich die Akupunktur der Nadeln, um Punkte auf Meridianen zu reizen. Der Reiz kann verschieden gesetzt werden, je nach Nadel, Stichtechnik und Verweildauer der Nadel im Gewebe.

Auch die Moxibustion, eine Wärmebehandlung mit Beifuß, gehört zur Akupunktur. Sie dient dazu, dem Körper Energie zuzuführen. Das ist nicht an allen Akupunkturpunkten und nicht jederzeit ratsam.

Die Akupunktur ist nur ein Teil der TCM und nicht alle Krankheiten können mit ihr behandelt werden, aber erstaunlich vielen Menschen kann so geholfen werden. Die richtige Lebensführung, z.B. Ernährung, körperliche Übungen, z.B. Qigong, Massagetechniken und, sehr wichtig, die Kräuterheilkunde sind weitere Säulen der TCM.

Akupunktur hat sich unter anderem auf folgenden Gebieten bewährt:
- Orthopädische Erkrankungen, z.B. Beschwerden im Bereich der Wirbelsäule und der      Gelenke
- Neurologische Erkrankungen, z.B. Kopfschmerz, Gesichtslähmungen
- Herz- und Kreislauferkrankungen, z.B. Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck
- Erkrankungen im Bereich der Lunge, z.B. Asthma, Bronchitis
- Psychische bzw. psychosomatische Störungen und Suchterkrankungen: z.B. Adipositas, Alkohol- und Nikotinabhängigkeit
- Magen-Darm-Erkrankungen, z.B. Gastritis, Verstopfung und Durchfall
- Augenerkrankungen, z.B. Glaukom, Sehschwäche, Allergien
- Gynäkologische und urologische Beschwerden, z.B. Zyklusstörungen, Dysmenorrhö, Blasenleiden und klimakterische Beschwerden
- Hals-Nasen-Ohren Erkrankungen, z.B. Schwindel, Reisekrankheit, Tinnitus, Erkrankungen der Ohren und Nasennebenhöhlen
- Hauterkrankungen z.B. Neurodermitis, Akne, Allergien und Herpes

Nach der Erhebung der Krankengeschichte werden die Akupunkturpunkte für die Behandlung bestimmt. Sie können sich im Bereich der erkrankten Körperregion oder auch weit entfernt vom Krankheitsgeschehen an Armen und Beinen befinden. Bei der Behandlung liegt der Patient entspannt auf einer Liege.

Die Akupunktur wird gesetzt und ggf. durch Drehen, Heben und Senken oder durch Wärme zusätzlich stimuliert. Ist der richtige Punkt getroffen, spürt der Patient ein dumpfes bis ziehendes Gefühl, eine Wärmeempfindung oder ein Kribbeln und Ziehen. Diese Empfindung nennen die Chinesen „De-Qi-Gefühl“.

Bei akuten Erkrankungen werden Akupunktursitzungen relativ häufig durchgeführt (bis zu einmal täglich), bei chronischen Erkrankungen meist ein- bis zweimal die Woche (6–10 Wochen lang). Eine Sitzung dauert zwischen 20–45 Minuten. In der Regel sind bei akuten Erkrankungen 3–6 Sitzungen, bei chronischen 12–20 Sitzungen erforderlich. Eine Auffrischungsbehandlung kann erforderlich sein.

Es gibt verschiedenen Formen der Akupunktur – und entsprechend unterschiedliche Ausbildungsschwerpunkte für Akupunkteure. In der klassischen Körperakupunktur werden die Akupunkturpunkte auf den Hauptmeridianen behandelt, die über den ganzen Körper verlaufen. Bei der Ohrakupunktur projiziert sich der Körper auf Zonen und Punkte am Ohr, bei der Schädelakupunktur auf bestimmte Zonen im Bereich des Kopfes und bei der koreanischen Handakupunktur auf Zonen und Punkten auf den Händen. Bei der Triggerpunktakupunktur werden schmerzhafte Punkte in der Muskulatur genadelt.

Nebenwirkungen treten bei korrekter Durchführung selten auf. In manchen Fällen kann es zu Kreislaufreaktionen oder vorübergehender Verschlimmerung der Beschwerden kommen. Infektionen sind bei Verwendung von Einmalnadeln nicht zu befürchten.

Fragen rund um Akupunktur werden auf der Homepage http://akupunktur.de beantwortet.